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Kommt das Aus für das Festzinsdarlehen?

09.02.2011 09:31 von Tobias Exner

Am 16. März legt die EU-Kommission den Gesetzentwurf zur "verantwortungsvollen Vergabe von Hypothekendarlehen" vor. Dieser Gestzentwurf sieht auch das in Deutschland untypische Recht auf vorzeitige Kreditrückzahlung der Hypothekendarlehen vor.

In Deutschland werden gut 90% aller Baufinanzierungen mit einer festen Laufzeit abgeschlossen. In Spanien oder Frankreich sieht es dagegen ganz anders aus, dort sind die Festzinsdarlehen eher selten verbreitet.

Was hätte das Recht auf vorzeitige Kreditrückzahlung zur Folge?
Die Baukredite würden teurer werden, da die Banken die Konditionen nicht mehr sicher kalkulieren könnten. Wenn nach jetzigem Recht ein Baukredit vorzeitig zurückgezahlt werden soll, muss die sogenannte Vorfälligkeitsentschädigung bezahlt werden. Mit dieser sichern sich die Banken gegen Zinssenkungen während der Kreditlaufzeit ab, da sie nach der vorzeitigen Rückzahlung der Darlehensmittel diese am Markt nur zu geringeren Zinsen wieder eindecken können. Würden die Konsumenten das Recht auf vorzeitige Rückzahlung erhalten, würden diese ihr Darlehen bei sinkenden Zinsen einfach an die Bank zurückgeben und dann wieder zu den neuen günstigeren Zinsen eindecken.

Diese Vorgehensweise würde dazu führen, dass die Banken entweder keine Festkredite mehr anbieten oder diese entsprechend verteuern, um das Risiko der vorzeitigen Rückzahlung mit einzupreisen.

Die Alternative zu den Festzinskrediten sind variable oder Vario-Darlehen. Diese werden alle drei Monate an die aktuellen Zinsrahmendaten angepaßt. Wenn wir uns in einem fallenden Zinsmarkt befinden, ist dieses eine feine Sache, aber was ist, wenn die Zinsen steigen? Dann kann eine bei Abschluss passende Haushaltsrechnung ganz schnell nicht mehr aufgehen und es fehlt das Geld, die Raten begleichen zu können - die Subprime-Krise der USA läßt grüßen.

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