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Die Baugeldzinsen könnten wieder sinken

17.06.2011 10:49 von Tobias Exner

In dieser Woche haben sich die Zinsen für die Baufinanzierung nahezu unverändert präsentiert. Lediglich die ING-DiBa als einer der großen Player hat die Zinsen gesenkt.

ZinsenVor den aktuellen Ereignissen ist es schwer abzuschätzen, wohin sich die Zinsen in der nächsten Woche entwickeln können. Was ist für den Zinsmarkt entscheidendes passiert?
Am Montag hat die Ratingagentur Standard& Poor's die Bonität Griechenlands um ganze drei Noten auf nunmehr „CCC“ gesenkt. Dies bedeutet, dass es für Griechenland fast unmöglich ist, sich am Kapitalmarkt weiteres Geld zu beschaffen, was wiederum die anderen EURO-Partner unter Druck setzt, jetzt endlich eine Lösung für die Griechenland-Probleme zu finden, da ein Staatsbankrott sonst unausweichlich erscheint.
Am Sonntag findet daher ein weiteres Treffen der EU-Finanzminister wegen weiterer Hilfen statt. Die Hilfen dürften aber voraussichtlich nur unter einer Beteiligung privater Gläubiger etwa in Form einer Laufzeitverlängerung griechischer Anleihen gewährt werden. S&P machte klar, in diesem Fall würden sie das Rating auf den niedrigsten Wert „D“ senken. Das will die EZB verhindern, denn sie befürchtet eine zu hohe Ansteckungsgefahr für andere angeschlagene Euro-Länder. Was dann passiert, könnte die gesamte EU in ein nicht abzuschätzendes Chaos stürzen.
Aber nicht nur Greichenland hat von sich Reden gemacht, sondern auch die USA. Mohamed El-Erian, Pimco-Chef (größter Anleihehändler der Welt), geht in einem Gastbeitrag für das Handelsblatt davon aus, dass die Schuldengrenze in den USA bereits erreicht sei. Gegenwärtig behelfe sich das US-Finanzministerium damit, Geld von A nach B zu verschieben, um seine Rechnungen zu bezahlen. In ein paar Wochen sei es mit dieser "Flexibilität" vorbei. Sollte sich auch hier ein möglicher Zahlungsausfall andeuten, hätte diese drastische Auswirkungen auf die Märkte.
Vor diesen Hintergrund ist der BUND-Future als Richtungsweiser für die zukünftige langfristige Zinsentwicklung in den letzten Tagen weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit dem 01.12.2010 erreicht. Dieses spricht für wieder fallende Baugeldzinsen, wobei die DGFZ-Pfandbriefkurve (s.o.) diese Tendenz in den letzten Tagen noch nicht nachvollzogen hat.
Unsere Einschätzung zu den Baugeldzinsen bleibt daher uneinheitlich. Wir empfehlen daher sich auch weiterhin langfristig die Zinsen für die Baufinanzierung zu sichern, wobei sich die kurzfristige Gefahr anziehender Zinsen etwas gelegt hat. Aber eine Meldung von entwaiger Entspannung am Schulden-, bzw. Bankrott-Himmel könnte schon ausreichen, um diese Tendenz wieder umzukehren.

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