Die Baugeldzinsen könnten wieder sinken
Vor den aktuellen Ereignissen ist es
schwer abzuschätzen, wohin sich die Zinsen in der nächsten Woche
entwickeln können. Was ist für den Zinsmarkt entscheidendes passiert?
Am
Montag hat die Ratingagentur Standard& Poor's die Bonität
Griechenlands um ganze drei Noten auf nunmehr „CCC“ gesenkt. Dies
bedeutet, dass es für Griechenland fast unmöglich ist, sich am
Kapitalmarkt weiteres Geld zu beschaffen, was wiederum die anderen
EURO-Partner unter Druck setzt, jetzt endlich eine Lösung für die
Griechenland-Probleme zu finden, da ein Staatsbankrott sonst
unausweichlich erscheint.
Am Sonntag findet daher ein weiteres
Treffen der EU-Finanzminister wegen weiterer Hilfen statt. Die Hilfen
dürften aber voraussichtlich nur unter einer Beteiligung
privater Gläubiger etwa in Form einer Laufzeitverlängerung griechischer
Anleihen gewährt werden. S&P machte klar, in diesem Fall würden sie das Rating auf
den niedrigsten Wert „D“ senken. Das will die
EZB
verhindern, denn sie befürchtet eine zu hohe Ansteckungsgefahr für
andere angeschlagene Euro-Länder. Was dann passiert, könnte die gesamte
EU in ein nicht abzuschätzendes Chaos stürzen.
Aber nicht nur
Greichenland hat von sich Reden gemacht, sondern auch die USA. Mohamed
El-Erian, Pimco-Chef (größter Anleihehändler der Welt), geht in einem
Gastbeitrag für
das Handelsblatt davon aus, dass die Schuldengrenze in den USA bereits
erreicht
sei. Gegenwärtig behelfe sich das US-Finanzministerium damit, Geld von A
nach B
zu verschieben, um seine Rechnungen zu bezahlen. In ein paar Wochen sei
es mit
dieser "Flexibilität" vorbei. Sollte sich auch hier ein möglicher
Zahlungsausfall andeuten, hätte diese drastische Auswirkungen auf die
Märkte.
Vor diesen Hintergrund ist der BUND-Future als
Richtungsweiser für die zukünftige langfristige Zinsentwicklung in den
letzten Tagen weiter gestiegen und hat den höchsten Stand seit dem
01.12.2010 erreicht. Dieses spricht für wieder fallende Baugeldzinsen,
wobei die DGFZ-Pfandbriefkurve (s.o.) diese Tendenz in den letzten Tagen
noch nicht nachvollzogen hat.
Unsere Einschätzung zu den
Baugeldzinsen bleibt daher uneinheitlich. Wir empfehlen daher sich auch
weiterhin langfristig die Zinsen für die Baufinanzierung zu sichern,
wobei sich die kurzfristige Gefahr anziehender Zinsen etwas gelegt hat.
Aber eine Meldung von entwaiger Entspannung am Schulden-, bzw.
Bankrott-Himmel könnte schon ausreichen, um diese Tendenz wieder
umzukehren.


