Baugeldzinsen wieder vor einem Anstieg?
Zu dieser Zinserhöhung paßte auch der Kommentar von EZB-Präsident Jean-Claude
Trichet auf der monatlichen Pressekonferenz der EZB am Donnerstag in Frankfurt.
Die Europäische Zentralbank stimmt die Märkte auf eine weitere Leitzinserhöhung
im Juli ein. Trichet sprach angesichts der hohen Inflationsrate im Euro-Raum
von "großer Wachsamkeit". Mit diesen Worten hat der Franzose bereits
in der Vergangenheit bevorstehende Leitzinserhöhungen signalisiert. Auf eine Anhebung
schon in diesem Monat verzichtete die EZB. Somit bleibt der Zinssatz vorerst
bei 1,25 Prozent.
Ein höherer Leitzins verteuert zwar nicht direkt die Zinsen für die
Baufinanzierung, da diese von der langfristigen Zinsentwicklung abhängig sind
(vgl. BUND-Future und DGFZ-Rendite), aber er verteuert Kredite an Unternehmen
und Verbraucher - somit könnte das Wirtschaftswachstum emfindlich getroffen
werden.
Grund für eine weitere Erhöhung des Leitzinses ist die Teuerungsrate in der
Euro-Zone. Diese lag im Mai laut einer vorläufigen Schätzung des Statistikamts
Eurostat bei 2,7 Prozent, wobei die EZB eine Zielgröße von knapp unter zwei
Prozent anstrebt.
Wie gesagt, eine Erhöhung des Leitzinses bedeutet nicht automatisch eine Erhöhung der Baugeldzinsen. Dieses läßt sich auch am BUND-Future ablesen, der auf die Ankündigung Trichets nicht mit fallenden Kursen (steigende Zinsen) reagiert hat, sondern seine Erholung vom Tiefpunkt am Dienstag weiter fortgesetzt hat und aktuell über dem Stand vom letzten Freitag steht.
Trotzdem ändern wir unsere
Einstellung nicht - sichern Sie sich langfristig die jetzt vorliegenden Zinsen.
Speziell auch vor dem Hintergrund, dass die KfW in dieser Woche bekannt gegeben
hat, das Wohneigentumsprogramm per 01.07. von 100.000 EUR auf 75.000 EUR
Maximalbetrag pro Finanzierung (max. 30% der Kauf/ Neubaukosten) zu
beschränken. Noch wichtiger ist aber die zweite Entscheidung, in Zukunft für
dieses Programm keine 15-jährige Zinsbindung mehr anbieten zu wollen.
Zu beachten ist, dass einige Banken bereits nach dem 14.06. keine Anträge mehr
zu den bisherigen Bedingungen annehmen wollen. Es ist also eine gewisse Eile
geboten, wobei aber noch wichtiger ist: schließen Sie keine Verträge
überhastet ab, um diese Förderung in der Art noch zu bekommen. Eine kluge
Kalkulation kann Ihnen mehr sparen, als die jetzt noch besseren Bedingungen der
KfW!


