Sie befinden sich hier: Über hypconcept » Aktuelle Meldungen » Beitrag lesen

Baugeldzinsen wieder vor einem Anstieg?

10.06.2011 10:20 von Tobias Exner

In dieser Woche haben sich Zinssenkungen und Zinserhöhungen verschiedener Banken bei der Baufinanzierung die sogenannte Klinke in die Hand gegeben. Zum Wochenanfang gab es noch eine Senkung z.B. der Sparda-Bank Hannover, aber am Donnerstag hat z.B. die ING-Diba wieder der Zinsschraube nach oben gedreht.

ZinsenZu dieser Zinserhöhung paßte auch der Kommentar von EZB-Präsident Jean-Claude Trichet auf der monatlichen Pressekonferenz der EZB am Donnerstag in Frankfurt. Die Europäische Zentralbank stimmt die Märkte auf eine weitere Leitzinserhöhung im Juli ein. Trichet sprach angesichts der hohen Inflationsrate im Euro-Raum von "großer Wachsamkeit". Mit diesen Worten hat der Franzose bereits in der Vergangenheit bevorstehende Leitzinserhöhungen signalisiert. Auf eine Anhebung schon in diesem Monat verzichtete die EZB. Somit bleibt der Zinssatz vorerst bei 1,25 Prozent.
Ein höherer Leitzins verteuert zwar nicht direkt die Zinsen für die Baufinanzierung, da diese von der langfristigen Zinsentwicklung abhängig sind (vgl. BUND-Future und DGFZ-Rendite), aber er verteuert Kredite an Unternehmen und Verbraucher - somit könnte das Wirtschaftswachstum emfindlich getroffen werden.
Grund für eine weitere Erhöhung des Leitzinses ist die Teuerungsrate in der Euro-Zone. Diese lag im Mai laut einer vorläufigen Schätzung des Statistikamts Eurostat bei 2,7 Prozent, wobei die EZB eine Zielgröße von knapp unter zwei Prozent anstrebt.

Wie gesagt, eine Erhöhung des Leitzinses bedeutet nicht automatisch eine Erhöhung der Baugeldzinsen. Dieses läßt sich auch am BUND-Future ablesen, der auf die Ankündigung Trichets nicht mit fallenden Kursen (steigende Zinsen) reagiert hat, sondern seine Erholung vom Tiefpunkt am Dienstag weiter fortgesetzt hat und aktuell über dem Stand vom letzten Freitag steht.

Trotzdem ändern wir unsere Einstellung nicht - sichern Sie sich langfristig die jetzt vorliegenden Zinsen. Speziell auch vor dem Hintergrund, dass die KfW in dieser Woche bekannt gegeben hat, das Wohneigentumsprogramm per 01.07. von 100.000 EUR auf 75.000 EUR Maximalbetrag pro Finanzierung (max. 30% der Kauf/ Neubaukosten) zu beschränken. Noch wichtiger ist aber die zweite Entscheidung, in Zukunft für dieses Programm keine 15-jährige Zinsbindung mehr anbieten zu wollen.
Zu beachten ist, dass einige Banken bereits nach dem 14.06. keine Anträge mehr zu den bisherigen Bedingungen annehmen wollen. Es ist also eine gewisse Eile geboten, wobei aber noch wichtiger ist: schließen Sie keine Verträge überhastet ab, um diese Förderung in der Art noch zu bekommen. Eine kluge Kalkulation kann Ihnen mehr sparen, als die jetzt noch besseren Bedingungen der KfW!

Zurück